CDN-Support für Atlassian Data Center: Bessere Geo-Performance in verteilten Unternehmen

Verteilte Organisationen und die System-Performance

Es dürfte schwierig sein, ein modernes Enterprise-Unternehmen zu finden, in dem es keine verteilten Standorte gibt - mit Teams in diversen Ecken der Welt. Und wenn in einem solchen Unternehmen die Nutzung eines Atlassian-Systems skaliert, arbeiten immer mehr Remote-Teams über die Primärinstanz. Doch die physische Entfernung zwischen den Anwendern und dem Server kann negative Auswirkungen auf die Performance haben.

Manche der betreffenden Kunden hadern damit, dass einfache Jira-Aktionen für Mitarbeiter an Standorten auf anderen Kontinenten bis zu viermal länger als gewohnt brauchen.

Es ist natürlich kein wünschenswerter Zustand, dass beispielsweise ein Jira-Vorgang sechs oder acht Sekunden zum Laden benötigt. Und solche Performance-Probleme bringen in der Regel einen ganzen Rattenschwanz an weiteren Herausforderungen mit sich - von gehäuften Support-Meldungen bis zur gefährlichen Schwächung der Nutzerakzeptanz.

Atlassian Data Center unterstützt Content Delivery Networks

Mit der Data-Center-Produktreihe hat Atlassian eine Alternative zum klassischen Server-Deployment etabliert, die solche Performance-Fragen aktiv anpackt. Beispielsweise profitieren verteilte Software-Teams inzwischen von der Smart-Mirroring-Funktionalität in Bitbucket.

In einem weiteren Schritt hat Atlassian für die ersten Systeme der Data-Center-Produktreihe nun Support für sogenannte Content Delivery Networks (CDNs) ausgeliefert. Die Integration von CDNs beschleunigt nicht nur die individuellen Nutzererlebnisse in global verteilten Organisationen. Sie reduziert auch die Lastspitzen in der Primärinstanz und verbessert die System-Performance generell.

In der ersten Stufe des produktübergreifenden Rollouts dieses Features unterstützen Jira und Jira Service Desk CDNs. Confluence und Bitbucket werden demnächst folgen. Aber wie funktioniert das alles?

Wie CDNs funktionieren

Ein Content Delivery Network ist ein global verteiltes Netz von Edge-Servern, die statische Ressourcen wie CSS, JavaScript oder Schriftarten lokal zwischenspeichern. Wenn Teams an einem Standort arbeiten, der sich geographisch weit entfernt vom Server-Standort befindet, hat das in der Regel zur Folge, dass sie länger warten müssen, bis eine Seite abgeholt, ein Vorgang geöffnet oder ein Board geladen ist.

Der Zweck eines CDNs besteht nun darin, diese Antwortzeiten so weit wie möglich zu verkürzen, indem statische Ressourcen für diese Aktionen in räumlicher Nähe zu den Endnutzern vorhalten werden.

Atlassian Data Center CDNs

Das Beispiel Jira macht diesen Ansatz deutlich: Die Client-Server-Anfragen, die getätigt werden, um einen Vorgang aufzurufen, kommen zu rund 80 Prozent von statische Ressourcen. Ein CDN kann diese Daten puffern und entsprechend verfügbar machen. Das bedeutet, dass ein Großteil der Aktionen, die für lange Antwortzeiten verantwortlich sind, von einem Edge-Server in der Nähe geliefert werden. Das verbessert die Antwortzeiten und reduziert gleichzeitig die Last der Primärinstanz.

Auswirkungen von CDNs auf die Performance

Um die Auswirkungen einer CDN-Integration zu untersuchen, hat Atlassian Tests mit Kunden durchgeführt, die sehr viele oder auch nur einige wenige Remote-Standorte haben und dabei ein und dieselbe Primärinstanz nutzen. In beiden Fällen konnten die Forschungsteams signifikante Performance-Zuwächse mit bis zu 50 Prozent kürzeren Antwortzeiten für Remote-Nutzer feststellen. Wenn das Laden von Vorgängen nun also nur noch halb so lange dauert wie bisher, ist das ein großer Unterschied im Hinblick auf eine produktive und effiziente Nutzung!

Atlassian Data Center CDNs Performance

Natürlich sind solche Auswirkungen immer auch von zusätzlichen Einflussfaktoren wie Netzwerklatenz, Anfragelast und Browser-Cache abhängig, aber grundsätzlich bringt die Einbindung von CDNs beachtliche Performance-Sprünge für die Teams in verteilten Organisationen mit sich.

Den CDN-Support aktivieren

Die Aktivierung des CDN-Supports ist keine große Sache. Wenn das System auf die jüngste Version von Jira (8.3) bzw. Jira Service Desk (4.3) aktualisiert ist, finden Administratoren in der linken Navigationsleiste den Punkt "Content delivery network". In den Einstellungen unter dem Performance-Tab müssen Admins nun nur die CDN-URL validieren und das Feature aktivieren.

Das System gibt dem Admin-Team direkt einige wichtige Informationen an die Hand - beispielsweise die Status der HTTP/2- und CDN-Konnektivität sowie Details zur App-Kompatibilität. Diese Health-Checks bieten einen Gesamtblick darauf, ob alles reibungslos funktioniert und welche Plugins auf veraltetem Code basieren, der womöglich zu Problemen beim Caching von Ressourcen führen könnte.

Atlassian Data Center CDNs Administration

Für Unternehmen, die ihre Data-Center-Instanz in einer AWS-Umgebung nutzen, liefert Atlassian die CloudFormationTemplates für AWS CloudFont in Form einer einzeiligen Konfiguration in den aktualisierten Vorlagen mit. Alle entsprechenden Ressourcen für das AWS-Deployment sind in einem speziellen Repository zu finden.

Unabhängig davon kann das Admin-Team jedes beliebige (öffentliche oder private) CDN nutzen (inklusive Reverse-Proxy-Caches). Diese Flexibilität ist wichtig für Unternehmen, die das System komplett hinter der Firewall und ohne Zugriff durch öffentliche CDN-Anbieter betreiben wollen.

Wie geht es weiter?

Die Optimierung der Performance bei der Skalierung ist eines der Hauptziele, die Atlassian mit der Data-Center-Produktreihe verfolgt. Der CDN-Support ist ein weiterer Baustein, der dazu beiträgt, dieses Wertversprechen zu untermauern.

Und Performance-Aspekte werden auch bei der künftigen Entwicklung von Atlassian Data Center eine signifikante Rolle spielen: Beispielsweise können Kunden in den nächsten Monaten mit dem Rollout von Smart-Mirror-Farmen rechnen.

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