Fünf kostenlose oder günstige Office-Alternativen im Vergleich

Fast jeder Computer-Anwender hat schon mal eine Microsoft-Office-Anwendung genutzt - sei es in der Schule für Powerpoint-Präsentationen, im Studium für das Schreiben der Bachelor-Thesis in Word oder auf der Arbeit für Tabellenkalkulationen in Excel.

Sätze wie "Mach das doch mit Powerpoint!" oder "Wir nutzen hier im Unternehmen schon immer Microsoft Office!" sind wahrscheinlich auch der Hauptgrund, warum nur wenige Unternehmen, Teams und Privatnutzer zu Alternativen greifen. Microsoft Office hat sich über die Jahre als Platzhirsch etabliert; dabei gibt es mittlerweile auch ernstzunehmende Alternativen, die je nach Anwendungsfall durchaus genügen oder sogar (in Teilen oder als Gesamtlösung) besser sind.

In diesem Beitrag bieten wir einen kleinen Überblick zu interessanten Office-Alternativen und geben eine Empfehlung, für welche Nutzungsszenarien (Einsatz in Unternehmen oder für Privatanwender) sie spannend sein können.

Google-Apps und Google G Suite

Im Jahr 2004 hat Google mit dem Release von Gmail (Googles E-Mail-Dienst) das erste Office-Tool gestartet. In den nächsten Jahren folgten dann Kalender, Docs (Textverarbeitung), Sheets (Tabellenkalkulation), Slides (Präsentationen) usw.

Google G Suite Übersicht

Längst ist aus den Google-Apps ein vollständiges Set von Office-Anwendungen geworden, das sich vor Microsoft Office absolut nicht Weise verstecken muss.

Für Privatanwender stehen die Office-Tools von Google kostenfrei zur Verfügung; lediglich ein Google-Account ist notwendig, um sie nutzen.

Für Unternehmen gibt es die Business-Variante namens G Suite, die mit zusätzlichen Steuerungsmöglichkeiten wie Nutzerverwaltung, Archivierung, Gerätemanagement usw. daherkommt. Außerdem sind hier zusätzlich ein Gruppenchat-Tool und mit Hangouts Meet eine effektive Lösung für Videokonferenzen integriert. Damit deckt die G Suite alle wichtigen Anforderungen eines modernen Unternehmens an eine Office-Lösung ab.

Die G Suite wird in drei Tarifen angeboten: dem Basic-Tarif für 5,20 Euro pro Nutzer und Monat, dem Business-Tarif für 10,40 Euro und dem Enterprise Tarif für 23 Euro. Bemerkenswert ist der unbegrenzte Cloud-Speicher, den Google ab fünf Nutzern im Business-Tarif bereitstellt. Hier kann selbst Microsoft nicht mithalten. Wie stark die Google-Tools mittlerweile sind, zeigt auch der Umstieg namhafter Unternehmen wie z.B. Airbus von Microsoft Office auf die Google G Suite.

Die Office-Tools der G Suite sind als Cloud-Produkte konzipiert worden und funktionieren dementsprechend über den Browser und über Smartphone-Apps. In diesem Zusammenhang entstehen natürlich schnell Fragen wie "Wir können dann also nur mit verfügbarem Internet an Dokumenten arbeiten?"

Tatsächlich lassen sich auch Textdokumente, Präsentationen etc. offline erstellen und verfügbar machen, sodass man nicht zwangsweise immer eine Internetverbindung benötigt. Aber gerade im Hinblick auf die Echtzeit-Zusammenarbeit, also Szenarien, in denen gleichzeitig mehrere Leute unabhängig vom Standort in einem Dokument zusammenzuarbeiten, bieten Browser-basierte Office-Tools entscheidende Vorteile: Die Inhalte sind zu jeder Zeit von überall aus verfügbar, es gibt keine Kompatibilitätsprobleme und keine Versionskonflikte, alle Beteiligten verwenden die aktuelle Version des Contents.

Übrigens können G-Suite-Nutzer problemlos auch mit MS-Office-Anwendern zusammenarbeiten, da sich Microsoft-Dateien direkt mit der G Suite öffnen, bearbeiten, in das Google-Format konvertieren oder sogar wieder als native Microsoft-Dokumente zurückspeichern lassen.

Google Docs Beispiel

Für wen sind die Google Apps bzw. die Google G Suite geeignet?

Die kostenlosen Google-Apps sind sehr gut für Privatanwender geeignet. Sie müssen sich keine Gedanken über ihr Betriebssystem, ihre Software-Versionen oder ihren Speicherplatz machen, da alles über den Browser funktioniert. Die Online-Dokumente lassen sich übrigens jederzeit auch als PDF- oder Word-Dateien exportieren.

Die kostenpflichtige Business-Variante Google G Suite ist für Unternehmen eine sehr gute, wenn nicht sogar die bessere Alternative zu Microsoft Office. Google hat hier mächtig aufgeholt und beim Thema Cloud-Dienste inzwischen die Nase vorn: In der Regel ist die G Suite günstiger, bietet in manchen Tarifen unbegrenzten Cloud-Speicher und ermöglicht eine unkomplizierte, nahtlose Zusammenarbeit - intern und über die Unternehmensgrenzen hinweg.

LibreOffice

LibreOffice ist ein Open-Source-Projekt, das 2010 aus OpenOffice (siehe unten) hervorgegangen ist und aktuell rund 200 Millionen Nutzer hat. Es deckt gängige Office-Tools wie Textverarbeitung, Kalkulationen und Präsentationen ab. Als Open-Source-Software steht die Suite allen Nutzern kostenfrei zur Verfügung - auch Unternehmen. Für den Einsatz in Firmen rät das Team rund um LibreOffice allerdings, professionelle Unterstützung durch externe Berater hinzuzuziehen.

Was im LibreOffice-Paket schmerzlich fehlt, sind Tools für E-Mails und Kalender. Auch aufgrund der unregelmäßigen Updates und der damit verbundenen Gefahr von Sicherheitslücken könnte sich der Einsatz in Unternehmen als fragwürdig erweisen. Mobil ist LibreOffice zudem längst noch nicht so stark wie z.B. die G Suite aufgestellt: Bisher gibt es nur einen Viewer für Android und eine Präsentations-App.

Für wen ist LibreOffice geeignet?

LibreOffice bietet sich ganz klar als Microsoft-Alternative für Privatanwender an. Alle gängigen Funktionen sind hier ebenfalls abgedeckt. Wer nicht auf einen E-Mail-Client wie Outlook verzichten will, muss aber auf eine zusätzliche Alternative wie Thunderbird zurückgreifen.

Für den professionellen Einsatz in Unternehmen ist LibreOffice dagegen eine zweifelhafte Option. E-Mails und Termine gehören zum Arbeitsalltag, werden mit LibreOffice aber nicht abgedeckt, und unregelmäßige Updates können für Organisationen ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen.

OpenOffice

OpenOffice ist eines der älteren Office-Tools und bereits im Jahr 2000 entstanden. Die Sammlung hat mehrere Firmenwechsel hinter sich, ist aber stets (wie es der Name schon vermuten lässt) ein Open-Source-Projekt geblieben und damit kostenfrei verfügbar.

Funktionell lässt sich die Lösung mit LibreOffice, das wie erwähnt aus OpenOffice hervorgegangen ist, vergleichen und bietet - bis auf einen Mail- und Kalenderdienst - ebenfalls alle geläufigen Office-Werkzeuge. Optisch sieht OpenOffice allerdings noch etwas angestaubter aus als LibreOffice. Auch Updates lassen länger auf sich warten, da die LibreOffice-Community mittlerweile deutlich größer ist. Gegenüber LibreOffice bietet OpenOffice keine nennenswerten Vorteile.

Für wen ist OpenOffice geeignet?

Auch OpenOffice kann für Privatanwender als Alternative zu Microsoft Office angesehen werden. Mal eben Texte oder Präsentationen zu erstellen, ist sicherlich kein Problem.

Im produktiven Einsatz bietet sich OpenOffice maximal für Kleinunternehmer mit geringen Anforderungen an. Auch hier fehlen ein E-Mail-Client und Kalender. Updates werden noch seltener und unregelmäßiger als bei LibreOffice ausgeliefert.

SoftMaker Office

SoftMaker Office ist ein Office-Paket der gleichnamigen deutschen Firma SoftMaker, das stark an Microsoft Office angelehnt ist. Wie OpenOffice und LibreOffice bietet es Programme für Textverarbeitung, Kalkulation und Präsentationen.

Es gibt die kostenlose Variante FreeOffice und kostenpflichtige Pakete unter dem Namen SoftMaker Office Standard 2018. Als Unterschiede nennt SoftMaker eine bessere Kompatibilität mit Microsoft Office und zusätzliche Funktionen wie eine bessere Rechtschreibüberprüfung in der kostenpflichtigen Variante. Zusätzlich liefert SoftMaker in manchen kostenpflichtigen Paketen auch eine erweiterte Version von Thunderbird zur Verwaltung von E-Mails und Terminen mit. Thunderbird ist allerdings nur für Linux und Windows verfügbar, nicht für iOS.

SoftMaker Office Standard 2018 nutzt dieselben Dateiformate wie Microsoft Office (DOCX, XLSX usw.), was eine nahtlose Integration und Zusammenarbeit mit anderen Office-Nutzern ermöglichen soll. SoftMaker Office Standard 2018 gibt es wahlweise als einmaligen Kauf in den Versionen Standard für 69,95 Euro und Professional für 99,95 Euro oder als monatliches Abo NX Home für 2,99 Euro und NX Universal für 5,99 Euro.

Für wen ist SoftMaker Office geeignet?

Die kostenlose Variante FreeOffice richtet sich an normale Privatanwender und bietet eine etwas modernere Oberfläche als die angesprochenen Open-Source-Pendants. Weitere wesentliche Vorteile fallen darüber hinaus allerdings nicht direkt auf.

Die kostenpflichtige Variante SoftMaker Office Standard 2018 könnte für Organisationen in Betracht kommen, wobei vermutlich auch eher für Kleinunternehmen. Sie bietet mit einer erweiterten Thunderbird-Integration zwar immerhin eine Lösung für E-Mails, Kontakte und Termine, allerdings nicht für jedes Betriebssystem. Zentrale Steuerungs- und Verwaltungsmöglichkeiten für die IT gibt es auch nicht.

Ashampoo Office 2018

Ashampoo Office basiert auf dem Code von SoftMaker und bringt einen sehr ähnlichen Funktionsumfang und eine nahezu identische Benutzeroberfläche mit. Wie die anderen Office-Alternativen umfasst Ashampoo Office Werkzeuge für die Textverarbeitung, zur Tabellenkalkulation und für Präsentationen. Ashampoo nutzt ebenfalls die Microsoft-Datei-Formate, ist allerdings nur für Windows (ab Windows 7) verfügbar.

Auch hier gibt es wieder eine kostenfreie und eine kostenpflichtige Variante. Das kostenpflichtige Paket kostet aktuell 21 Euro für fünf Geräte in einem Haushalt. Für den gewerblichen Einsatz ist kein Preis veröffentlicht.

Für wen ist Ashampoo Office 2018 geeignet?

Die kostenfreie Version bietet sich für Privatanwender an. Die Oberfläche ist im Vergleich zu LibreOffice und OpenOffice etwas frischer und moderner. Mac- und Linux-Nutzer schauen hier allerdings in die Röhre.

Die kostenpflichtige Variante ist günstiger als das "Original" von SoftMaker, jedoch ebenfalls nur für Windows verfügbar. Vermutlich ist die gewerbliche Nutzung etwas günstiger als die SoftMaker-Pakete, dafür wird aber auch keine Lösung für E-Mails, Kontakte und Termine mitgeliefert. Damit ist Ashampoo Office ebenfalls höchstens für kleine Unternehmen geeignet.

Fazit

Die meisten Office-Alternativen bringen die gleichen grundlegenden Funktionen wie MS Office mit: Textverarbeitung, Kalkulation, Präsentation. Die Office-Programme orientieren sich alle am Platzhirsch Microsoft und sind in der Regel fähig, MS-Dokumente zu importieren; teils nutzen sie diese sogar nativ. Für den privaten Gebrauch sind daher LibreOffice, SoftMaker und Co. tatsächlich günstige oder kostenlose Alternativen.

Für einen produktiven Einsatz in Organisationen, die über Kleinunternehmen hinausgehen, sind jedoch auch Dienste für E-Mails, Kontakte und Termine sowie erweiterte Möglichkeiten für Administration, Backups, Geräteverwaltung usw. essenziell wichtig. Diese Funktionsanforderungen kann nur die Google G Suite in einem vergleichbaren Umfang wie Microsoft abbilden.

Außerdem bieten alle genannten Office-Alternativen (von der G Suite abgesehen) keine Cloud-Dienste. Das erschwert natürlich die moderne (auch mobile) Zusammenarbeit und die Kollaboration mit Kollegen an anderen Standorten. Die bekannten Folgen sind lästiges Hin- und Herschicken von Dateien und unzählige Versionen derselben Inhalte.

In diesem Zusammenhang sind die modernen Cloud-Lösungen Office 365 und Google G Suite den anderen Anbietern weit voraus. Sie funktionieren unabhängig von Geräten und Betriebssystemen im Browser und eröffnen neue, reibungslose Formen der Zusammenarbeit auch über Teams hinweg. Wählt man den Business-Tarif der G Suite, ist sogar Speicherplatz kein Thema mehr. Betrachtet man vor allem diese Aspekte, dann ist die Google G Suite nicht nur eine echte Alternative zu Microsoft Office, sondern sogar die bessere (und gleichzeitig günstigere) Option.

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Weiterführende Infos

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